Samstag, 19. April 2008

....Morgen geht's los!

....Nachdem jetzt die letzten paar Tage zum Zusammenpacken genutzt wurden und ich die letzten Dinge geklärt habe, wie beispielsweise mein Zusatzgepäck nachhausezuschicken, geht es morgen endlich los auf unsere 13tägige Rundreise durch das schöne Irland!

Marco (der Spanier), Erik (der Schwede), Sebastian (der Deutsche) und wir drei Österreicher werden morgen am Vormittag zum Flughafen aufbrechen und unsere zwei Mietautos abholen. Ein Golfi-mäßiges Auto und ein Toyota Corolla Estate-ähnliches Auto. -Bin schon gespannt, was wir dann im Endeffekt kriegen werden! :)

Nachdem Mittwoch Abend erst die Autos gebucht wurden, und auch da erst die grobe Route unseres Trips festgelegt worden ist, wird über den Rest mehr spontan entschieden. Marco und Erik sind ja nur 5 Tage dabei - sie verlassen uns in Killarney (Südwesten, Nähe Ring of Kerry) - und deshalb wird das Golfi auch dort am Flughafen wieder zurückgegeben und es geht zu viert weiter!
Reiseführer haben wir mehr als genug! -Ich habe ja selbst zwei sehr ausführliche von zuhause mitgenommen, Samy steuert auch einen bei, und von der Anna (Deutsche) haben wir auch noch zwei Reiseführer bekommen. Achja, und die Straßenkarte vom Ervin wurde uns ja auch vererbt....*gg*

Ich freu' mich schon total auf den Trip und hoffe, dass wir trotz Linksverkehrs (Fahren auf der falschen Straßenseite, Schalten mit links (genauso wie natürlich Blinken mit links *gg*)) wieder heil am 2. Mai in Dublin ankommen werden! Am 3. Mai in der Früh geht's ja für mich schon wieder zurück nachhause - aber daran will ich erst mal gar nicht denken..... ;))

....Wenn ich unterwegs in einem Hostel Internet haben sollte, wird hier natürlich wieder fleißig Bericht erstattet! ....Jetzt werde ich mich mal hinsetzen und die Route für morgen und übermorgen planen.... :)

Dienstag, 15. April 2008

Castletown House

Unser heutiges Ziel war das Castletown House in Kildare. So wie auch schon gestern hatten wir auch heute wieder eine lange Anreise.
Zuerst wieder ins Stadtzentrum und von dort dann eine weitere Dreiviertelstunde mit dem Bus bis in das Dörfchen Kildare. Der Bus hat so ziemlich vor dem Anwesen des Castletown House gehalten – sehr angenehm:

„Castletown wurde 1722-1732 für den irischen Parlamentssprecher William Conolly erbaut. Die Fassade ist eine Arbeit des Florentiner Architekten Allessandro Galilei und gilt als erstes Beispiel des Palladianismus auf der Insel. Die herrliche Innenausstattung datiert aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In Auftrag gegeben wurde sie von Louisa Lennox, der Frau von William Conollys Großneffen Tom, der ab 1759 hier wohnte. 1965 wurde Castletown von der Irish Georgian Society übernommen und instand gesetzt. Es gehört jetzt dem Staat und ist öffentlich zugänglich.“ (Dorling Kindersley – Reiseführer Dublin)

Am Dienstag um die Mittagszeit war natürlich kaum etwas los dort im Castletown House. Lustigerweise hatten Teresa und ich dann sogar eine „Privatführung“ – ca. 30 Minuten – nur für 3,50 Euro pro Person *gg*, weil sonst keine Leute dort waren.
Die Führung war sehr interessant, und wir bekamen sehr viele Räume vom Haus zu sehen, auch wenn es da noch zahlreiche gibt, die der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich gemacht werden. Das Haus ist ja echt riesig! (siehe Foto links aus dem Internet)
Etwas besonderes an diesem Haus ist der „Print Room“ (siehe Foto rechts aus dem Internet):

„In dem einzigen noch erhaltenen „Print Room“ Irlands (18. Jh.) widmete sich Lady Louisa italienischen Stichen. Damals pflegten die Damen solche Drucke direkt an die Wand zu applizieren und mit kunstvollen Girlanden zu rahmen.“ (Dorling Kindersley – Reiseführer Dublin)

Weiters hat uns unser Guide erzählt, dass noch sehr viel vom Briefkontakt, den Louisa mit ihrer Schwester Emily gehabt hat, erhalten ist, und man daher weiß, dass Louisa sehr viele der Möbel von dem Haus ihrer Schwester in Dublin – Leinster House (auch zu besichtigen) – für ihr Castletown House nachbauen hat lassen. Außerdem hatte sie einen Faible für Dummy-Türen: Das sind Türen, die keine sind. Also Attrappen, und dienen rein dazu, den Raum symetrischer zu gestalten.
Das Empfangszimmer für Gäste des alten William Conolly haben wir auch noch besichtigt. Das Bett im Raum dient nicht Schlafzwecken, sondern es ist ein Symbol für Macht, seine Gäste – die auf herumstehenden Sesseln Platz nehmen durften – auf dem Bett zu empfangen.
Zum Schluss der Führung habe ich dann noch nach seinem richtigen Schlafzimmer gefragt. Daraufhin wurde uns dann noch das noch nicht restaurierte Schlafzimmer gezeigt und auch das alte Bad. War auch einmal lustig, so einen Raum anschauen zu dürfen, bevor er für die Austellung freigegeben wird! Die Möbel mit Stoffbahnen zugedeckt, ein schäbiger Holzboden und keine Tapete an den Wänden. Da sieht man, dass da echt ein Haufen Arbeit dahinter steckt, so etwas zu restaurieren….

Auf den Bus zurück nachhause durften wir dann wieder eine halbe Stunde warten.
Nachdem wir nichts zu Mittag gegessen hatten, ging es jetzt erst mal ins "Porterhouse". Ich habe eine Lachs gegessen und die Teresa das traditionelle Irish Stew. Hat beides sehr gut geschmeckt! Als krönenden Abschluss ihres Kurztrips hierher haben wir dann noch eine Butlers Hot Chocolate getrunken…. Mmmhh, sehr lecker!

Montag, 14. April 2008

Die Gärten von Powerscourt

Heute Montag haben wir die lange Reise zu den Powerscourt Gärten angetreten! Um zu ihnen zu gelangen muss man ja zuerst einmal mit dem Dart vom Stadtzentrum von Dublin bis in den Küstenort Bray fahren, und von dort dann weiter mit einem Bus in die Berge, nahe des Dorf Enniskerry.

Von zuhause aufgebrochen sind wir erst um 12. Zuerst mit dem 15er in die Stadt, ein Hot Chicken Wrap vom Spar und von dort dann mit dem Dart nach Bray. Um 2 herum haben wir dann dort auf unseren Bus gewartet, mit dem wir wieder fast eine halbe Stunde zu den Gärten gefahren sind. ...Sehr aufwendig also, dorthin zu gelangen.....
Von der Bushaltestelle waren es dann auch noch 20 Minuten zu gehen, bis wir endlich beim Eingang zu den Powerscourt Gardens angekommen waren:

"Die Gärten von Powerscourt sind wegen ihrer Gestaltung und der herrlichen Lage am Fuß des Great Sugar Loaf Mountain die vielleicht schönsten Irlands. Richard Wingfield, der erste Viscount von Powerscourt, gab das Anwesen um 1730 in Auftrag. Später verfielen die Gärten, wurden jedoch kurz nach 1840 nach Originalplänen wiederhergestellt. Weitere Ziergärten ließ der siebte Viscount 1858-75 anlegen. Er installierte auch Tore, Vasen und Statuen, die er auf seinen Reisen auf dem Festland gesammelt hatte. Das Haus brannte 1974, doch Erdgeschoss und Ballsaal im ersten Stock wurden bereits renoviert." (Dorling Kindersley - Reiseführer Dublin)

Um 3 konnten wir dann also endlich unseren Rundgang durch die Gärten starten! Das Wetter war diesmal auf unserer Seite, auch wenn es mit knapp 10 Grad nicht allzu warm war. Aber wenn die Sonne sich hi und da mal zeigt, ist man ja hier schon zufrieden. ;)

Der Garten ist in verschiedene Bereiche eingeteilt. Den größten davon nimmt klarerweise der italienische Garten ein, der sich weitläufig hinter dem Powerscourt House erstreckt.
Man kann sich von der Terasse einen sehr schönen Blick über den perfekt gepflegten italienischen Garten (siehe Fotos links und rechts und unten) verschaffen und auch das Steinmosaik (siehe Foto rechts) bewundern. Von dort aus hat man natürlich auch einen tollen Blick auf den Tritonsee, mit einem Springbrunnen in der Mitte.

"Der italienische Garten ist auf Terrassen angelegt, die nach 1730 in das umliegende Hügelland gegraben wurden.
Kieselmosaik: Am nahen Strand von Bray sammelte man Tonnen von Kieselsteinen, um auf der Terrasse dieses Mosaik anzulegen." Dorling Kindersley - Reiseführer Dublin)

Danach haben wir unseren Rundgang durch die Gärten gestartet. Um diesen italienischen Garten herum sind nämlich auch noch viele weitere kleinere Bereiche zu finden. Unter anderem haben wir gleich zu Beginn ein großes Märzenbecherfeld bewundert und auch den "Pepper Pot Tower" (siehe Foto rechts) angeschaut.
Kurz darauf waren wir auch schon im "Japanischen Garten" (siehe Fotos links und rechts und unten), der meiner Meinung nach das Highlight dieses Gartens ist! Magnolienbäume, Bambus und viele andere Pflanzen.... ein kleiner Teich, ein Bach - richtig schön zum Entspannen dort (hätten wir nicht vor einem Haufen lärmender Schulkinder flüchten müssen....)!

Dann ging's weiter zum Tierfriedhof. Hier ließen die Wingfields ihre Hunde und Katzen, ja sogar Pferde und Rinder begraben. Der eine Grabstein auf dem Foto links unten zeigt, dass das Shetlandpony Tommy mit seiner "Frau" Magic begraben wurde und auf dem Foto rechts unten kann man lesen, dass hier zwei Kühe liegen, wobei die eine schon 17 Kälber zur Welt gebracht hat uns literweise Milch gegeben hat in ihrem Leben und die andere irgendein Irish Champion oder so geworden ist. Die Teresa hat auch gemeint, dass auf einem Grabstein davon die Rede war, dass das Tie
r "killed" worden ist..... Also irgendwie interessant, sich diese Tiergrabsteine durchzulesen.... *gg*

Danach wurde noch ein kleinerer See mit Springbrunnen angeschaut und durch zwei kleinere Gärten gewandert und schon waren wir wieder beim Ausgangspunkt unseres Rundgangs - dem P
owerscourt House! 1 1/2 Stunden haben wir also hier verbracht.
Der Nachhauseweg war dann ein seeehr langer....Zuerst einmal eine halbe Stunde ins Dorf Enniskerry gehen. Dort ist uns dann der Bus vor der Nase davongefahren, und so durften wir eine Stunde auf den nächsten warten..... Dann noch mit dem Dart zurück nach Dublin und mit dem Bus nachhause.... War also etwas anstrengend, aber die schönen Gärten von Powerscourt waren es wert! :)

Kirche, Dundrum und "Pathology"

Für heute (Sonntag) haben wir uns vorgenommen, in die Kirche zu gehen - nachdem wir aber den Bus verpasst haben, geriet der Plan zwischenzeitlich etwas in Wanken.... Dann hatten wir jedoch Glück und mit dem nächsten Bus trafen wir dann 5 vor 11 Uhr bei der St. Mary's Church in Rathmines - auf der Straße zum College gelegen - ein.

Bei dieser "Kirche" handelt es sich um einen recht großen Dom direkt zwischen Wohnhäusern - die St. Mary's Church (siehe Foto links), zugehörig zum schräg-gegenüberliegenden St. Mary's College. Davor hohe Säulen und rote, etwas höhere Türen. Symetrisch angelegt mit einer großen Kuppel in der Mitte und 4 Seitenteile.
In der Kirche waren mittelmäßig viele Leute, was aber auch daran liegen könnte, dass gerade am Sonntag ein paar mal am Tag Messen stattfinden. Wir haben uns relativ weit hinten in die Kirche gesetzt. Die anderen Leute dort hatten alle irgendwelche Messezettel in der Hand, also ist die Teresa dann einfach wieder aufgestanden, um welche von den im Eingangsbereich liegenden Stappeln zu holen. Irgendwie ist sie dann nicht mehr wiedergekommen, also habe ich mich umgedreht, und sie mit einem älteren Mann im Gespräch gesehen. Wieder zurück am Platz hat sie mir ihre neueste Errungenschaft - eine Fürbitte - präsentiert, die ihr der Mann angedreht hat, also wurde erst mal unserer Sitzplatz in die fünfte Reihe Mittelgang verlegt und immer auf einen Mann, der links vorne sitzt, gestarrt, weil wenn der zum Altar geht, ist auch die Teresa dran.

Die Messe war sehr schön aufgebaut - wahrscheinlich auch deshalb, weil es sich um eine "Family Mass" gehandelt hat. Die Kinder haben sich im Eingangsbereich auch Stifte und Bilder zum Bemalen nehmen können, als Beschäftigung während der Messe. Es wurde einiges gesungen: Eine Frau stand dabei immer am Rednerpult und hat somit den "Ton angegeben". Bei einem Lied wurden auch die Kinder miteingebunden, die dann vorne beim Altar im Kreis gestanden sind und eine kleine Choreographie dafür eingeübt hatten. Der Pianist ist auf der rechten Seite vor den Kirchenbänken gesessen. Der einzige Ministrant war ein weißhaariger Mann, der älter aussah, als der Pfarrer selbst. *gg*
Es war irgendwie total lustig, alles mal auf englisch zu hören, das Vater Unser, das Glaubensbekenntnis, Lamm Gottes, usw.:
"We believe in one God,
the Father, the Almighty,
maker of heaven and earth,
of all that is, seen and unseen."
(Na, habt ihr das erkannt? -Das sind die ersten paar Zeilen des "profession of faith")

War nur ein bisschen dumm, die ganze Messe lang nichts mitbeten zu können und somit stumm dazusitzen, und der Gesang war mir meistens auch zu hoch, wo es mal nicht am Text gescheitert wäre - "Alleluia" ist ja international, auch wenn hier in Irland das H am Anfang fehlt. ;)
Teresa hat ihre Fürbitte auch gut überstanden. *gg* Echt lustig, dass sie trotz allen Versuchen, sich davor zu drücken, am Ende doch vorne am Rednerpult gestanden ist und vorgelesen hat:
"Lord Jesus,
We pray for all bishops, priests and religious sisters and brothers: that they may imitate the example of Jesus, the Good Sheperd.
Lord hear us...."

Zum Schluss berichtete dann noch ein Schüler/Student des St. Mary's College von einer Studienreise, die sie nach Ghana unternommen hatten und wie sie nun den Menschen dort durch Spendensammlungen helfen wollen - sehr interessant!
Alles in allem eine echt nette Messe, bei der man auch gerne 2x etwas spendet - zuerst wurden blaue Sackerln und dann rote durchgereicht. *gg*

Eine Stunde später war die Messe dann aus und Teresa und ich auf dem Weg Richtung Stadtzentrum. Auf der Grafton Street haben wir dann noch kurz einem Stand-up Comedian zugeschaut - wahrscheinlich derselbe, den damals schon Samy und Reinhold gesehen haben - und es wurden auch schon die ersten Ohrringe erstanden. :)

Dann ging es schon mit der Luas nach Dundrum! Zuerst einmal Mittagessen beim KFC, damit es dann gstärkt an's Geld-ausgeben gehen konnte. :) Leider waren wir allerdings beide nicht sehr erfolgreich bei diesem Shoppingtrip, was auch ein bisschen an dessen Länge liegen könnte.... Geplant war ja, bis zum Ende (also 7 - und das an einem Sonntag *hihi*) zu bleiben, aber die Aussicht auf Gratis-Kinokarten ließ uns dann doch früher abbrechen. Davor ging sich allerdings noch Smoothie-Trinken aus: meiner war ein "Tropical Storm" und von Teresa's Mischung habe ich den Namen vergessen, aber es war irgendeine Beerenmix. (siehe Foto rechts)

....Das Kino war dann doch nicht gratis. *lol* Also umsonst gefreut. Samy's neue Bekanntschaft hat auf sich Warten lassen, bzw. hat das mit der Kommunikation am Handy nicht so ganz hingehaut, und so haben wir sie dann erst nach dem Film getroffen, wo sie sich dann tausendmal entschuldigt hat und uns gefragt hat, ob wir uns nicht jetzt (um 10 herum) noch einen Film anschauen wollen. *gg*

Achja, unsere Wahl ist diesem Abend auf "Pathology" gefallen. Das ist ein grauslicher Psycho-Film. Ich hab' da mal was drüber im Internet gelesen und die Geschichte hat sich spannend angehört. ....Im Endeffekt war dann der Film echt schlecht! Ich fand ihn gar nicht mal so grauslich. Sicher, man hat gesehen, wie Körper aufgeschnitten worden sind, der Brustkorb mit so was Zangelähnlichem aufgebrochen wird usw., aber nicht wirklich etwas, was auch nur annähernd an "Hostel" herankommen würde - jaja, der Film hat es mir angetan. *gg*

Und auch sonst war der Film schlecht gemacht. Der Jess-Schauspieler ("Gilmore Girls") hatte eine Hauptrolle und bei ihm ist man am allerwenigsten mitgekommen, wie er vom Musterstudenten mit netter Freundin (Alyssa Milano - Phoebe in "Charmed") innerhalb von 15 Minuten Spielfilmlänge zum eiskalten Mörder werden konnte, der Sexorgien neben den Ermordeten veranstaltet. ....Alles in allem ein kranker Film, der nicht einmal gut gemacht war.

....Trotz all dem konnte ich danach noch meinen Chicken Royal verspeisen und ohne Albträume einschlafen! :)